Skulpturstopp

Skulpturen in Norwegen von international renommierten Künstlern. Alle Skulpturen anschauen Alle Skulpturen anschauen

In meinem Glauben, in meiner Hoffnung, in meiner Liebe (2018)

Auf der Phønixbrygga in Fredrikstad erheben sich drei gusseiserne Köpfe.

Jaume Plensa (geb. 1955)

Jaume Plensa ist in Barcelona geboren und arbeitet dort auch heute. Er experimentiert gern mit verschiedenen Medien und Materialien und hat auf der ganzen Welt öffentliche Kunstwerke in Städten errichtet. Am bekanntesten wurden im Lauf der Zeit seine Skulpturen von großen Frauenköpfen. Viele Jahre beschäftigte er sich mit dem Weiblichen. Dabei geht es nicht zwangsläufig um Frauen, sondern ebenso um Werte und eine Lebenseinstellung.

Bekannt sind unter anderem das skulpturelle Videowerk "Crown Fountain" (2004) in Chicagos Millennium Park sowie "Dream" (2009), ein 20 Meter hoher Kopf aus weißem Dolomit in einer ehemaligen Kohlenzeche außerhalb von Liverpool.

Der Ort

Die Stadt Fredrikstad liegt in Østfold, wo der Fluss Glomma in den Oslofjord mündet. Durch die strategische Lage am Wasser kam der Stadt im Lauf der Geschichte sowohl militärisch als auch wirtschaftlich eine wichtige Rolle zu.
Aufgrund der Bedeutung des Wassers für die Stadt wünschte sich Plensa für sein Werk einen Standort am Wasser. Phønixbrygga bietet einen offenen Platz, auf dem die Skulpturen für Passanten zu Fuß oder auf dem Wasser nach und nach sichtbar werden. Die früheren Straßen- und Parkplatzbereiche wurden in den bestehenden Bibliothekspark eingegliedert, wodurch das Areal gleichzeitig mit der Aufstellung der Skulpturen deutlich aufgewertet wurde. Für Plensa ist wichtig, dass Kunst im öffentlichen Raum dazu beiträgt, gute Begegnungsstätten zu schaffen und Menschen die Möglichkeit haben, dicht an das Kunstwerk heranzukommen.

Die Skulptur

Auf der Flusspromenade Phønixbrygga in Fredrikstad erheben sich drei gusseiserne Köpfe. Ihre Augen sind geschlossen. Die monumentale Größe der 4,5 Meter hohen Skulpturen kontrastiert mit der friedlichen, nach innen gekehrten Miene der jungen Frauen. Die vertikal gestreckte Form der Köpfe verleiht dem Gesichtsausdruck etwas Fließendes und Spirituelles.

Plensa modelliert seine Kopfskulpturen nach realen Menschen. Die Formen wurden digital bearbeitet und danach in Gusseisen speziell für den Standort auf der Phønixbrygga gefertigt.

Der Künstler erzählt, dass Ibsen ihn schon lange beschäftigt, und dass ihn ein Zitat aus Peer Gynt zu dem dreigeteilten Werk in Fredrikstad inspiriert hat.

– Als Peer heimkehrt von seiner Reise, auf der er in vielfacher Weise als Mensch versagt hat, fragt er Solveig, wo er denn, er selbst, der ganze, wahre Peer, die ganze Zeit gewesen sei. Und sie antwortet: „In meinem Glauben, in meinem Hoffen, in meiner Liebe.“ Durch diese Worte wird Peer Gynt erlöst. Das ist eine starke Botschaft, und ich habe mir schon lange gewünscht, ein Werk mit dem Gedanken an Solveig zu schaffen. Es passte daher sehr gut für mein erstes Projekt in Norwegen.

– Aber auch wenn das meine Motivation für dieses Werk ist, muss das Publikum die Geschichte nicht kennen. Es steht selbstverständlich jedem frei, das Werk auf seine eigene Weise zu deuten.