Skulpturstopp

Skulpturen in Norwegen von international renommierten Künstlern. Alle Skulpturen anschauen Alle Skulpturen anschauen

14–7–2006 (2016)

Auf einer kleinen Anhöhe im Nesparken der Stadt Moss ruht Kirsten Ortweds Skulptur 14–7–2006 (2016). Sie erinnert an ein besonderes Ereignis im Sommer 2006 und lädt dazu ein, über etwas zu reflektieren, das größer ist als wir selbst.

Kirsten Ortwed (geb. 1948)

Die dänische Künstlerin Kirsten Ortwed wohnt und arbeitet in Köln. Ihre Werke sind geprägt von komplexen Themen wie Zeit und Raum, die sich wie ein roter Faden durch ihr Schaffen ziehen. Ihre Auseinandersetzung damit kommt häufig in monumentalen Skulpturen zum Ausdruck, die in ihrer Materialwahl die schöpferische Idee unterstreichen. 

Ortwed hat ihre Werke in Soloausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt, sie hat Dänemark auf der Biennale 1997 in Venedig vertreten, und sie ist Trägerin der dänischen Thorvaldsen-Medaille, die jährlich für höchste künstlerische Leistung verliehen wird.     

Der Ort

Die Stadt Moss ist idyllisch am Oslofjord im Bezirk Østfold gelegen. Sie ist bekannt unter anderem für das Waffenstillstandsabkommen zwischen dem schwedischen Kronprinzen Karl Johan und der norwegischen Regierung 1814 -"Mossekonvensjonen“, und "Mosselukta“, dem ehemals charakteristischen Geruch einer großen Zellulosefabrik, aber auch für den Meteoritenregen, der am 14. Juli 2006 über die Stadt niederging, unter anderem in dem Park, in dem Ortweds Skulptur nun ruht. Ortwed ließ sich davon inspirieren, und das Werk visualisiert dieses für Moss so einzigartige Geschehnis. 

– Es war wichtig, einen Ort zu finden, an dem die Skulptur das Licht, und damit den Blick des Betrachters, bestmöglich einfangen kann: auf einer kleinen Anhöhe, an einer offenen Stelle, so dass wir die ganze Zeit den Raum um uns haben. 

Die Skulptur

Die Skulptur ruht auf einer kleinen Anhöhe im Nesparken und ist für alle Besucher beim Betreten des Parks gut sichtbar. Der Hauptteil der Skulptur ist aus Aluminium gefertigt, mit einer Oberfläche, die das Sonnenlicht unabhängig vom Einfallwinkel reflektiert; die Skulptur zu übersehen ist daher geradezu unmöglich. 14–7–2006 breitet sich wellenförmig aus und ist aufgrund ihrer abstrakten Formensprache nicht unmittelbar definierbar. 

Denn auch wenn das Räumliche für Skulpturen immer eine wichtige Rolle spielt, geht es bei 14–7–2006 um Raum im doppelten Sinn: Zum einen ist die Skulptur selbst dreidimensional, zum anderen wirkt sie wie eine Visualisierung von dem Raum da draußen, dem Weltraum, der für uns so schwer zu erfassen ist. 

– Es geht hier um eine Art Entstehung, wenn etwas aus dem Nichts entsteht, und darum, wie die Vorstellung des Weltalls unser Bewusstsein erweitern kann. 

Die Mehrdeutigkeit dieser Skulptur fasziniert, ihr reflexiver Charakter lädt uns ein, sie eingehender betrachten zu wollen. Auf der planen oberen Fläche findet sich ein in Bronze gegossenes Objekt, das an einen Meteoriten erinnert – ein deutlicher Hinweis auf ein besonderes Ereignis, dem die Skulptur auch ihren Namen verdankt – und mit seiner offenen Form spiegelt er etwas wider, das größer ist als wir selbst. 

– Es ist überwältigend, wenn man sich vorstellt, was im Weltraum alles passiert! Gase, Metalle, Partikel prallen aufeinander und werden zu neuen Stoffen. Und dann landet dieser Kosmos hier in Moss! Für mich ist das sehr interessant. 

Bilder

Foto: André Løyning
Foto: André Løyning
Foto: André Løyning
Foto: André Løyning
Foto:
Foto: André Løyning
Foto: André Løyning