Skulpturstopp

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Yes to all (2016)

Mit dem Neonwerk YES TO ALL (2016) fordert Sylvie Fleury zur Reflexion über unsere Mitwelt auf: über die Gesellschaft, in der wir leben, und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen.

Sylvie Fleury (geb. 1961)

Die international renommierte Künstlerin Sylvie Fleury ist für Werke mit einem deutlichen Bezug zur polierten Ästhetik der Pop-Art bekannt. Unter der visuell auffälligen Oberfläche verbergen sich jedoch subtile Anspielungen auf größere Zusammenhänge, die Arbeiten laden zu Reflexionen ein, die über weit mehr als bloße Warenästhetik hinaus gehen. 

Fleury arbeitet mit vielen verschiedenen Techniken, bevorzugt jedoch das Dreidimensionale in Form von Skulpturen, Objekten und Installationen. Dabei kommt durch Bezüge unter anderem zu Marcel Duchamps Readymades auch Kunstgeschichtliches in ihren Werken zum Tragen.

Fleury wohnt und arbeitet in Genf. 

Der Ort

Yes to all wurde in Lillestrøm in der Gemeinde Skedsmo an einem zentralen Standort aufgestellt. Skedsmo hat für die industrielle Entwicklung Norwegens eine wichtige Rolle gespielt, unter anderem erlebte das Internet hier seine Anfänge , als das militärische Forschungsinstitut in Kjeller an der Entwicklung des Vorläufers des heutigen Internets mitwirkte. Lillestrøm ist auch einer der größten Knotenpunkte für den Bahnverkehr. 

– Der Zug ist hier wichtig, und wie man das Werk vom Zug aus sehen kann, zusammen mit der physischen Umgebung, die in so viele Richtungen weist: die Bahngleise, die Brücke, die Straßen – genau so wie auch das Werk in viele Richtungen weist, resümiert Fleury.

Die Skulptur

Am Nidelva in Lillestrøm, unweit des Bahnhofs, ragt Sylvie Fleurys Werk Yes to all gut 15 Meter hoch über dem Boden. Unangestrengt erhebt es sich über die chaotische Umgebung, bestehend aus Strommasten, Gleisanlagen, Bebauung. Dabei fügt sich das Werk trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner eher industriellen Optik wie ein natürlicher Teil in das Umfeld ein.   

Yes to all ist ein Neonwerk, das in seiner Gestaltung an eine Leuchtreklame erinnert. Der Schriftzug „YES TO ALL“ ist aus Neonröhren gefertigt, und verschiedenfarbige, von der Mitte ausgehende Linien muten wie Lichtstrahlen an. Abends leuchtet das Werk und übernimmt die Funktion des Reklameschilds: Es reklamiert Aufmerksamkeit und gibt zu verstehen, dass hier eine Botschaft vermittelt wird. Die Botschaft ist allerdings nicht eindeutig. Ohne Punkt, Ruf- oder Fragezeichen lassen die Worte verschiedene Deutungen zu – was die verschiedentlich verlaufenden Lichtstrahlen zusätzlich unterstreichen. Wie „yes to all“ zu deuten ist, liegt am Betrachter. Nachdenklich machen die Worte allemal. Denn was passiert, wenn wir ja zu allem sagen? Ist das überhaupt möglich, unabhängig davon, was dieses „alle“ ist? 

Das Zitat „YES TO ALL“ ist für Fleury nicht neu, sie hat es schon früher verwendet. Denn so wie die Pop-Art-Künstler nutzt Fleury Readymades – Dinge und Wörter, die bereits existieren. Die Aussage hat sie von Windows, nachdem sie aufgefordert wurde, zwischen «yes», «no» oder «yes to all» zu wählen.  Eine Aufforderung, die vielen von uns nur allzu gut bekannt sein dürfte, wurde nun in den öffentlichen Raum geholt und gewinnt eine neue Dimension. 

– Die Aussage «yes to all» ist nicht dazu gedacht, eine moralische Botschaft aufzuzwingen. Es geht vielmehr darum, das eigene Denken des Betrachters widerzuspiegeln. Ohne Zeichensetzung kann man es so deuten, wie man selbst möchte, erklärt Fleury.

Bilder

Foto: André Løyning
Foto: André Løyning
Foto: André Løyning
Foto: André Løyning
Foto: André Løyning
Foto: André Løyning